Pädagogisches Konzept

Konzeption der Großtagespflege

Kerpener Bärenbande
Manuela Schoop
Stand: August 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort
2. Über mich
3. Mein Bild vom Kind
4. Pädagogische Grundhaltung
5. Rituale und Regeln
6. Bildungs- und Entwicklungsbereiche
• 6.1 Bewegung und Motorik
• 6.2 Körper, Gesundheit und Ernährung
• 6.3 Sprache und Kommunikation
• 6.4 Musik und Kreativität
• 6.5 Mathematische Grunderfahrungen
• 6.6 Natur und Umwelt
• 6.7 Persönlichkeitsentwicklung und Selbstständigkeit
• 6.8 Soziale Entwicklung
7. Eingewöhnung
8. Beobachtung und Dokumentation
9. Tagesablauf
10. Zusammenarbeit mit Eltern
11. Rahmenbedingungen
12. Gesundheit und Hygiene
13. Kinderschutz, Partizipation und Inklusion
14. Übergang in den Kindergarten
15. Qualitätssicherung und Fortbildung

1. Vorwort

Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind von besonderer Bedeutung. In dieser Zeit entwickelt sich die Persönlichkeit, Kinder entdecken ihre Umwelt mit allen Sinnen und erwerben grundlegende Fähigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten.
Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Es benötigt eine sichere Bindung, verlässliche Beziehungen und eine Umgebung, die zum Entdecken, Spielen und Lernen einlädt.
In der Großtagespflege Kerpener Bärenbande begleite ich Kinder mit Respekt, Geduld und Wertschätzung. Mein Ziel ist es, jedem Kind einen Ort zu bieten, an dem es sich sicher, geborgen und angenommen fühlt. Dabei orientiere ich mich an den pädagogischen Grundsätzen der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler, deren Haltung meine tägliche Arbeit maßgeblich prägt.
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern bildet für mich die Grundlage einer gelingenden Kindertagespflege. Gemeinsam möchten wir die Kinder auf ihrem individuellen Entwicklungsweg begleiten und ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung bieten.
Mit dieser Konzeption möchte ich einen Einblick in meine pädagogische Arbeit geben und die Grundsätze erläutern, nach denen ich die Kinder in der Großtagespflege begleite.

2. Über mich

„Jeder Schritt, den das Kind selbstständig macht, erleichtert den nächsten.“
– Emmi Pikler
Mein Name ist Manuela Schoop. Ich wurde 1977 geboren, bin verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.
Nach meinem Abitur absolvierte ich zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem Museumsbauernhof „Höllberghof“ im Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Dort sammelte ich erste Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit Kindergruppen unterschiedlichen Alters. Gemeinsam erkundeten wir die Natur, entdeckten Tiere, bastelten und lernten spielerisch die Umwelt kennen.
Anschließend absolvierte ich eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung entschied ich mich bewusst für einen neuen beruflichen Weg und studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Allgemeine Sprachwissenschaft (Magistra Artium). Mein Studienschwerpunkt lag im Bereich des kindlichen Spracherwerbs, ergänzt durch die Nebenfächer Germanistik und Phonetik.
Die Sprachentwicklung von Kindern fasziniert mich bis heute. Jedes Kind entwickelt Sprache entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen und in seinem eigenen Tempo. Dieses Wissen fließt täglich in meine pädagogische Arbeit ein.
Seit vielen Jahren arbeite ich mit großer Freude als Kindertagespflegeperson in der Großtagespflege Kerpener Bärenbande. Darüber hinaus leite ich Eltern-Kind-Kurse nach den pädagogischen Grundsätzen von Emmi Pikler. Die dort gewonnenen Erfahrungen bereichern meine tägliche Arbeit und stärken mich in meiner pädagogischen Haltung.
Musik begleitet meinen pädagogischen Alltag seit vielen Jahren. Gemeinsames Singen, Fingerspiele sowie das Begleiten von Liedern mit der Gitarre gehören selbstverständlich zu unserem Tagesablauf. Musik verbindet, schafft Gemeinschaft und unterstützt Kinder in ihrer sprachlichen, motorischen und emotionalen Entwicklung.
Mit der Großtagespflege Kerpener Bärenbande möchte ich Kindern einen Ort bieten, an dem sie sich sicher, geborgen und angenommen fühlen. Jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten, seine Fähigkeiten zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und die Welt in seinem eigenen Tempo zu erkunden.

3. Mein Bild vom Kind

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen. Es bringt von Geburt an Neugier, Lernfreude und den Wunsch mit, seine Umwelt selbstständig zu entdecken.
Ich bin davon überzeugt, dass Kinder sich am besten entwickeln, wenn sie sich sicher, geborgen und angenommen fühlen. Sie benötigen verlässliche Beziehungen, Zeit für eigene Erfahrungen und Erwachsene, die ihnen mit Vertrauen und Respekt begegnen.
Kinder lernen nicht nur durch gezielte Angebote, sondern vor allem durch eigenes Tun. Im freien Spiel, in alltäglichen Situationen und im gemeinsamen Miteinander sammeln sie wichtige Erfahrungen, entwickeln ihre Persönlichkeit und erweitern ihre Fähigkeiten.
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Entwicklungsschritte lassen sich nicht beschleunigen und sollen nicht miteinander verglichen werden. Meine Aufgabe besteht darin, die Kinder aufmerksam zu beobachten, ihre Interessen aufzugreifen und ihnen eine Umgebung zu schaffen, die zum Spielen, Entdecken und Lernen einlädt.
Dabei ist es mir wichtig, die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. Ich möchte sie ermutigen, eigene Erfahrungen zu sammeln, Herausforderungen anzunehmen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Fehler gehören selbstverständlich zum Lernen dazu und werden als wertvolle Entwicklungsschritte verstanden.
Ich begegne jedem Kind mit Wertschätzung, Geduld und Achtsamkeit. Jedes Kind soll erleben, dass seine Gefühle, Bedürfnisse und Ideen ernst genommen werden. Nur in einer Atmosphäre des Vertrauens kann sich eine gesunde Persönlichkeit entwickeln.

4. Pädagogische Grundhaltung

„Die Liebe, die Sorgfalt muss das Kind umgeben wie ein angenehmes, gleichmäßiges, warmes Bad. Das Kind soll – auch wenn wir nicht neben ihm sind – ständig fühlen, dass wir es lieben, dass es sich in Sicherheit befindet und dass wir auf es achtgeben.“
– Emmi Pikler
Die Grundlage meiner pädagogischen Arbeit bildet die Pädagogik der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler (1902–1984). Ihr Menschenbild und ihre Erkenntnisse zur frühkindlichen Entwicklung prägen meine tägliche Arbeit in der Großtagespflege.
Kinder entwickeln sich aus eigener Kraft. Sie bringen von Geburt an die Fähigkeit mit, ihre Umwelt neugierig zu erkunden und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Dafür benötigen sie keine ständige Anleitung, sondern vor allem eine sichere Bindung, eine anregende Umgebung und Erwachsene, die ihnen mit Geduld, Vertrauen und Respekt begegnen.
Meine Aufgabe besteht darin, die Kinder aufmerksam zu begleiten und ihnen die Zeit zu geben, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Ich beobachte ihre Interessen und Entwicklungsschritte und gestalte den Alltag so, dass sie möglichst viele Erfahrungen selbst machen können. Dabei unterstütze ich die Kinder dort, wo sie Hilfe benötigen, ohne ihnen Entwicklungsschritte vorwegzunehmen.
Ich möchte den Kindern eine Umgebung schaffen, in der sie sich sicher und angenommen fühlen. Eine vertrauensvolle Beziehung bildet für mich die Grundlage jeder Bildung. Erst wenn Kinder sich emotional sicher fühlen, können sie neugierig sein, ausprobieren, lernen und Selbstvertrauen entwickeln.

Meine pädagogischen Grundsätze
Meine tägliche Arbeit orientiert sich an folgenden Grundsätzen:
• Jedes Kind wird mit Respekt und Wertschätzung behandelt.
• Ich nehme die Bedürfnisse und Signale der Kinder ernst.
• Ich begleite die Kinder aufmerksam und einfühlsam.
• Ich unterstütze die freie Bewegungsentwicklung.
• Ich schaffe eine vorbereitete Umgebung, die zum selbstständigen Spielen und Entdecken einlädt.
• Ich gebe den Kindern ausreichend Zeit für eigene Erfahrungen.
• Ich fördere Selbstständigkeit und Selbstvertrauen.
• Ich begleite Konflikte ruhig und lösungsorientiert.
• Ich sehe Fehler als wichtige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Diese Grundsätze prägen den gesamten Tagesablauf und spiegeln sich in allen Bereichen meiner pädagogischen Arbeit wider.

Die Bedeutung des freien Spiels
Das freie Spiel nimmt im Alltag der Großtagespflege einen besonderen Stellenwert ein. Kinder lernen im Spiel mit großer Begeisterung und aus eigenem Antrieb. Sie setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander, entwickeln kreative Ideen, üben soziale Kompetenzen und erweitern ihre motorischen sowie sprachlichen Fähigkeiten.
Ich stelle den Kindern vielfältige Materialien zur Verfügung, die ihre Fantasie anregen und unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Während des freien Spiels beobachte ich die Kinder aufmerksam, begleite sie bei Bedarf und greife ihre Interessen auf. Gleichzeitig achte ich darauf, ihnen genügend Freiraum für eigene Erfahrungen und Lösungswege zu lassen.

Beziehung als Grundlage des Lernens
Kinder lernen am besten in einer Atmosphäre von Vertrauen und Geborgenheit. Deshalb lege ich großen Wert auf eine verlässliche Beziehung zu jedem einzelnen Kind. Ich nehme mir Zeit für Gespräche, begleite die Kinder einfühlsam im Alltag und gehe respektvoll auf ihre Gefühle und Bedürfnisse ein.
Auch Pflegesituationen wie Wickeln, Anziehen oder das gemeinsame Essen verstehe ich als wichtige Momente der Beziehungsgestaltung. Diese Situationen erfolgen in ruhiger Atmosphäre und mit der ungeteilten Aufmerksamkeit für das jeweilige Kind.
Ebenso wichtig ist für mich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Sie sind die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Durch einen regelmäßigen Austausch und gegenseitiges Vertrauen schaffen wir gemeinsam die besten Voraussetzungen für eine positive Entwicklung.

5. Rituale und Regeln

Rituale im Alltag
Kinder brauchen Orientierung und Verlässlichkeit. Wiederkehrende Abläufe geben ihnen Sicherheit, fördern das Vertrauen in ihre Umgebung und erleichtern das Ankommen in der Gruppe.
Der Tagesablauf in der Großtagespflege ist deshalb durch feste Rituale geprägt. Sie helfen den Kindern, sich im Alltag zurechtzufinden und stärken ihr Gefühl von Geborgenheit.
Zu unseren täglichen Ritualen gehören unter anderem:
• die persönliche Begrüßung jedes Kindes,
• der gemeinsame Morgenkreis mit Liedern, Fingerspielen oder kleinen Gesprächsrunden,
• gemeinsames Händewaschen vor den Mahlzeiten,
• ein Tischspruch vor dem Essen,
• gemeinsame Mahlzeiten,
• wiederkehrende Abläufe beim Wickeln, Schlafen und Verabschieden.
Darüber hinaus feiern wir gemeinsam die Feste im Jahreskreis und greifen jahreszeitliche Traditionen auf. Rituale schaffen Gemeinschaft und vermitteln den Kindern Orientierung und Sicherheit.
Gleichzeitig achte ich darauf, dass genügend Raum für individuelle Bedürfnisse bleibt. Jedes Kind darf sich entsprechend seines eigenen Tempos entwickeln und am Alltag teilnehmen.

Regeln und Grenzen
Kinder benötigen klare und verlässliche Regeln. Sie vermitteln Sicherheit und erleichtern das Zusammenleben in der Gruppe. Regeln helfen den Kindern, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen und Rücksicht auf andere zu nehmen.
In der Großtagespflege gelten unter anderem folgende Regeln:
• Wir gehen freundlich und respektvoll miteinander um.
• Wir schlagen, treten, beißen oder schubsen andere Kinder nicht.
• Wir gehen sorgfältig mit Spielmaterialien um.
• Vor den Mahlzeiten räumen wir gemeinsam auf.
• Gegessen wird gemeinsam am Tisch.
• Jeder darf sein begonnenes Spiel zunächst beenden.
Regeln werden altersgerecht erklärt und konsequent begleitet. Konflikte gehören zum Alltag von Kindern und bieten wichtige Lerngelegenheiten. Ich unterstütze die Kinder dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen, diese auszudrücken und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Lob und positive Bestärkung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie klare Grenzen. Ziel ist es, die Kinder in ihrer sozialen Entwicklung zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben.

6. Bildungs- und Entwicklungsbereiche

Gemäß dem Kinderbildungsgesetz Nordrhein-Westfalen (KiBiz) umfasst die Kindertagespflege einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Bildung beginnt bereits in den ersten Lebensjahren und findet vor allem im Alltag statt – beim Spielen, Entdecken, Ausprobieren und im gemeinsamen Miteinander.
Kinder lernen nicht nach einem festen Lehrplan. Sie lernen durch Erfahrungen, Wiederholungen und eigene Entdeckungen. Deshalb gestalte ich den Alltag so, dass die Kinder vielfältige Möglichkeiten erhalten, ihre Fähigkeiten entsprechend ihres Alters und ihrer Interessen zu entwickeln.
Die folgenden Bildungs- und Entwicklungsbereiche bilden die Grundlage meiner pädagogischen Arbeit.

6.1 Bewegung und Motorik

Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Sie unterstützt nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch Wahrnehmung, Sprache, Denken und Selbstvertrauen.
Die Kinder erhalten täglich ausreichend Zeit und Raum für freie Bewegung. Dabei orientiere ich mich an den Grundsätzen der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler. Jedes Kind darf Bewegungsabläufe eigenständig entwickeln und wird nicht zu Entwicklungsschritten gedrängt, für die es noch nicht bereit ist.
Die Räume der Großtagespflege sowie unser Garten bieten vielfältige Möglichkeiten zum Krabbeln, Klettern, Balancieren, Rennen und Entdecken. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Spaziergänge und Besuche von Spielplätzen.
Ein fester Bestandteil unserer Woche ist außerdem das Kinderturnen des SSK Kerpen speziell für Kindertagespflegepersonen und ihre Tagespflegekinder. Dieses besuchen wir jeden Donnerstag von 9:00 bis 10:00 Uhr. Dort haben die Kinder die Möglichkeit, in einer kindgerechten Umgebung unterschiedliche Bewegungsangebote kennenzulernen, zu klettern, zu balancieren und vielfältige motorische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig erleben sie Bewegung gemeinsam mit anderen Tagespflegekindern.
Auch die Feinmotorik wird im Alltag gefördert, beispielsweise durch:
• Bausteine,
• Steckspiele,
• Puzzle,
• Fädelspiele,
• Kneten,
• Malen,
• Basteln,
• den Umgang mit Schere und verschiedenen Materialien.
Durch diese vielfältigen Bewegungs- und Spielangebote entwickeln die Kinder Geschicklichkeit, Körpergefühl und Selbstvertrauen.

6.2 Körper, Gesundheit und Ernährung

Das körperliche Wohlbefinden bildet die Grundlage für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Deshalb lege ich großen Wert auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, regelmäßige Ruhephasen sowie eine liebevolle und respektvolle Pflege.
Die Mahlzeiten nehmen wir gemeinsam in ruhiger Atmosphäre ein. Sie bieten den Kindern nicht nur Gelegenheit, ihren Hunger zu stillen, sondern fördern auch Sprache, Gemeinschaft und Selbstständigkeit. Je nach Alter und Entwicklungsstand dürfen die Kinder beim Tischdecken, Abräumen oder beim Portionieren kleiner Speisen mithelfen.
Ich bereite die Mahlzeiten überwiegend frisch und abwechslungsreich zu und achte auf eine ausgewogene Ernährung. Getränke stehen den Kindern jederzeit zur Verfügung.
Pflegesituationen wie Wickeln, Händewaschen oder Anziehen verstehe ich als wertvolle Momente der Beziehungsgestaltung. Ich nehme mir Zeit für jedes einzelne Kind, kündige mein Handeln an und beziehe das Kind altersgerecht mit ein. Dadurch erlebt es Wertschätzung, Sicherheit und entwickelt zunehmend Selbstständigkeit.
Auch die Sauberkeitsentwicklung begleite ich ohne Druck. Jedes Kind entscheidet entsprechend seiner körperlichen und emotionalen Reife, wann es bereit ist, auf die Windel zu verzichten. Gemeinsam mit den Eltern unterstütze ich diesen Entwicklungsschritt einfühlsam und individuell.

6.3 Sprache und Kommunikation

Sprache begleitet unseren gesamten Alltag. Kinder lernen Sprache nicht ausschließlich durch gezielte Angebote, sondern vor allem im täglichen Miteinander. Jede Alltagssituation bietet Anlass zum Sprechen, Zuhören, Fragen und Erzählen.
Durch mein Studium der Allgemeinen Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt kindlicher Spracherwerb besitzt die sprachliche Bildung für mich einen besonderen Stellenwert.
Ich begleite Alltagssituationen sprachlich, benenne Gegenstände und Handlungen und greife die Äußerungen der Kinder aufmerksam auf. So erleben die Kinder Sprache als wichtiges Mittel, ihre Wünsche, Gedanken und Gefühle auszudrücken.
Zur sprachlichen Bildung gehören unter anderem:
• Bilderbücher betrachten und vorlesen,
• Fingerspiele,
• Reime,
• Lieder,
• Gesprächsrunden,
• gemeinsames Erzählen,
• Rollenspiele,
• sprachbegleitendes Handeln im Alltag.
Ich höre den Kindern aufmerksam zu und nehme ihre Aussagen ernst. Fehler gehören zur Sprachentwicklung dazu und werden von mir nicht bewertet. Stattdessen gebe ich den Kindern durch mein eigenes Sprachvorbild die Möglichkeit, Sprache auf natürliche Weise weiterzuentwickeln.
Besonders wichtig ist mir, dass Sprache Freude bereitet. Kinder sollen erleben, dass Kommunikation verbindet und ihnen ermöglicht, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten.

6.4 Musik und Kreativität

Musik gehört selbstverständlich zu unserem Alltag. Gemeinsames Singen, Musizieren und Bewegen fördern Sprache, Rhythmusgefühl, Konzentration und das soziale Miteinander.
Ich begleite viele Kinderlieder mit der Gitarre. Dabei singen wir traditionelle und moderne Kinderlieder, sprechen Reime, führen Fingerspiele durch und tanzen gemeinsam.
Musik schafft Gemeinschaft und vermittelt den Kindern Freude am gemeinsamen Erleben. Gleichzeitig unterstützt sie viele Entwicklungsbereiche wie Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Gedächtnis.
Ebenso wichtig sind kreative Angebote. Die Kinder erhalten verschiedene Materialien, mit denen sie frei experimentieren können. Dazu gehören beispielsweise Farben, Papier, Naturmaterialien, Knete, Kleister oder Stoffe.
Nicht das fertige Bastelprodukt steht im Mittelpunkt, sondern die Freude am Ausprobieren und Gestalten. Kreative Tätigkeiten fördern Fantasie, Feinmotorik, Ausdauer und Selbstvertrauen.

6.5 Mathematische Grunderfahrungen

Kinder begegnen mathematischen Erfahrungen bereits im Alltag. Sie vergleichen Größen, erkennen Formen und Muster, sortieren Gegenstände oder zählen beim Spielen ganz selbstverständlich.
In der Großtagespflege sammeln die Kinder erste mathematische Grunderfahrungen unter anderem beim
• Bauen mit Bausteinen,
• Sortieren von Gegenständen,
• Puzzeln,
• Tischdecken,
• Aufräumen,
• Abzählen von Spielmaterialien,
• Vergleichen von Größen und Mengen.
Ich begleite diese Alltagssituationen sprachlich und greife mathematische Begriffe wie groß – klein, viel – wenig, mehr – weniger oder rund – eckig auf. Die Kinder erwerben so erste mathematische Vorstellungen spielerisch und ohne Leistungsdruck.

6.6 Natur und Umwelt

Kinder entdecken ihre Umwelt mit großer Neugier. Deshalb verbringen wir möglichst viel Zeit im Freien und nutzen die Natur als wichtigen Lern- und Erfahrungsraum.
Regelmäßige Spaziergänge, Besuche auf Spielplätzen und das Spielen im Garten gehören selbstverständlich zu unserem Alltag. Die Kinder erleben die Veränderungen der Jahreszeiten, beobachten Pflanzen und Tiere und sammeln vielfältige Sinneserfahrungen.
Gemeinsam betrachten wir Käfer, Schnecken oder Vögel, sammeln Blätter, Kastanien oder Steine und verwenden Naturmaterialien anschließend zum Basteln oder Spielen.
Im Garten erleben die Kinder Natur unmittelbar. Sie können buddeln, beobachten, experimentieren und – soweit möglich – beim Pflanzen und Pflegen von Kräutern oder Gemüse mithelfen. Dadurch entwickeln sie ein erstes Verständnis für natürliche Zusammenhänge und lernen, mit ihrer Umwelt achtsam umzugehen.
Mir ist wichtig, den Kindern Freude an der Natur zu vermitteln und ihre Neugier zu erhalten. Die Natur bietet unzählige Möglichkeiten zum Entdecken, Forschen und Lernen.

6.7 Persönlichkeitsentwicklung und Selbstständigkeit

Jedes Kind möchte selbstständig werden und seine Fähigkeiten erweitern. Deshalb ermutige ich die Kinder, möglichst viele Alltagssituationen eigenständig zu bewältigen.
Je nach Alter und Entwicklungsstand erhalten sie Gelegenheit,
• sich selbst an- und auszuziehen,
• Hände zu waschen,
• beim Tischdecken und Abräumen mitzuhelfen,
• Spielmaterial auszuwählen und wieder aufzuräumen,
• eigene Entscheidungen zu treffen,
• kleine Aufgaben selbstständig zu übernehmen.
Ich unterstütze die Kinder dabei, ohne ihnen unnötig Aufgaben abzunehmen. Dadurch erleben sie, dass sie etwas aus eigener Kraft schaffen können. Diese Erfahrungen stärken ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstständigkeit.
Fehler gehören selbstverständlich zum Lernprozess. Sie bieten den Kindern die Möglichkeit, neue Lösungswege auszuprobieren und an ihren Erfahrungen zu wachsen.

6.8 Soziale Entwicklung

Die Großtagespflege ist für viele Kinder der erste Ort, an dem sie regelmäßig mit einer Gruppe gleichaltriger Kinder zusammenleben. Dadurch sammeln sie wichtige soziale Erfahrungen.
Im gemeinsamen Spiel lernen sie,
• Rücksicht zu nehmen,
• miteinander zu teilen,
• aufeinander zu warten,
• Konflikte zu lösen,
• Hilfe anzunehmen und anzubieten,
• Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen.
Ich begleite die Kinder dabei, Gefühle wahrzunehmen und altersgerecht auszudrücken. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen und lernen, andere Meinungen zu akzeptieren.
Besonders wichtig ist mir ein wertschätzender Umgang miteinander. Die Kinder sollen erleben, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass gegenseitiger Respekt, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit unser Zusammenleben bereichern.
Gemeinsame Mahlzeiten, Singkreise, Freispiele und Ausflüge bieten den Kindern täglich Gelegenheit, soziale Kompetenzen zu entwickeln und Gemeinschaft zu erleben.

7. Eingewöhnung

„Das Sich-Kennenlernen ist immer gegenseitig.“
– Emmi Pikler
Der Übergang von der Familie in die Kindertagespflege ist für jedes Kind ein bedeutender Entwicklungsschritt. Eine behutsame und individuell gestaltete Eingewöhnung bildet die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kind, Eltern und Kindertagespflegeperson.
Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, seine bisherigen Erfahrungen und sein individuelles Bindungsverhalten mit. Deshalb orientiert sich die Eingewöhnung stets an den Bedürfnissen des einzelnen Kindes.
Grundlage meiner Eingewöhnung ist das Berliner Eingewöhnungsmodell.
Ziele der Eingewöhnung
Während der Eingewöhnungszeit soll das Kind
• Vertrauen zu mir als neuer Bezugsperson aufbauen,
• die neuen Räume kennenlernen,
• Sicherheit im Tagesablauf gewinnen,
• die anderen Kinder kennenlernen,
• sich Schritt für Schritt in der neuen Umgebung wohlfühlen.
Ebenso wichtig ist der Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern.
Aufnahmegespräch
Vor Beginn der Betreuung findet ein ausführliches Aufnahmegespräch statt. Dabei lernen wir uns kennen und besprechen gemeinsam die bisherigen Gewohnheiten und Bedürfnisse des Kindes.
Themen des Gespräches sind unter anderem:
• Schlafgewohnheiten,
• Essverhalten,
• Vorlieben und Interessen,
• gesundheitliche Besonderheiten,
• bisherige Betreuungserfahrungen,
• Rituale im Familienalltag.
Diese Informationen helfen mir, den Übergang in die Kindertagespflege möglichst individuell zu gestalten.

Die Eingewöhnungsphase
In den ersten Tagen besucht das Kind die Großtagespflege gemeinsam mit einer vertrauten Bezugsperson. Diese gibt dem Kind Sicherheit und begleitet es beim Kennenlernen der neuen Umgebung.
Ich nehme zunächst behutsam Kontakt zum Kind auf und orientiere mich dabei an seinen Signalen. Das Kind entscheidet selbst, wann und in welchem Tempo es sich auf mich und die neue Situation einlässt.
Erst wenn das Kind genügend Vertrauen aufgebaut hat, erfolgen die ersten kurzen Trennungsphasen. Die Dauer dieser Trennungen richtet sich nach dem Verhalten des Kindes und wird individuell angepasst.
Lässt sich das Kind von mir trösten und findet wieder ins Spiel zurück, können die Trennungszeiten schrittweise verlängert werden. Benötigt das Kind mehr Zeit, wird die Eingewöhnung entsprechend angepasst.
Jedes Kind erhält die Zeit, die es benötigt.

Rolle der Eltern
Die Eltern sind während der Eingewöhnung die wichtigste Bezugsperson ihres Kindes.
Ihre Gelassenheit und ihr Vertrauen geben dem Kind Sicherheit und erleichtern den Übergang.
Ein kurzer und klarer Abschied hilft dem Kind dabei, sich auf die neue Situation einzustellen. Ebenso wichtig ist es, vereinbarte Abholzeiten zuverlässig einzuhalten.
Vertraute Gegenstände wie ein Kuscheltier oder Schnuffeltuch können dem Kind zusätzliche Sicherheit geben.

Abschluss der Eingewöhnung
Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn das Kind
• eine vertrauensvolle Beziehung zu mir aufgebaut hat,
• sich von mir trösten lässt,
• den Alltag in der Großtagespflege zunehmend sicher bewältigt,
• neugierig spielt und die neue Umgebung als sicheren Ort erlebt.
Die Dauer der Eingewöhnung ist individuell verschieden und richtet sich ausschließlich nach den Bedürfnissen des Kindes.

8. Beobachtung und Dokumentation

Die regelmäßige Beobachtung der Kinder ist ein wesentlicher Bestandteil meiner pädagogischen Arbeit. Sie ermöglicht es mir, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes wahrzunehmen, seine Interessen zu erkennen und Bildungsprozesse individuell zu begleiten.
Im Mittelpunkt stehen dabei stets die Stärken, Fähigkeiten und Interessen des Kindes. Beobachtungen helfen mir, die pädagogische Arbeit an den Entwicklungsstand des Kindes anzupassen und seine Lernprozesse gezielt zu unterstützen.
Ich beobachte die Kinder während des gesamten Tagesablaufs – im freien Spiel, bei gemeinsamen Aktivitäten, während der Mahlzeiten sowie in Pflegesituationen.
Für jedes Kind führe ich eine individuelle Bildungs- und Entwicklungsdokumentation. Diese kann beispielsweise enthalten:
• besondere Entwicklungsschritte,
• sprachliche Entwicklung,
• kreative Arbeiten,
• Fotos (mit Einverständnis der Eltern),
• besondere Interessen,
• Lernerfolge,
• kleine Erlebnisse aus dem Alltag.
Die Dokumentation bildet die Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern und macht die Entwicklung des Kindes nachvollziehbar.
Selbstverständlich werden alle personenbezogenen Daten vertraulich behandelt und ausschließlich im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen verwendet.

9. Tagesablauf

Ein strukturierter Tagesablauf gibt Kindern Orientierung und Sicherheit. Wiederkehrende Abläufe helfen ihnen, sich im Alltag zurechtzufinden und fördern ihr Gefühl von Geborgenheit. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für spontane Ideen, individuelle Bedürfnisse und die Interessen der Kinder.
Der Tagesablauf orientiert sich am Alter der Kinder sowie an ihren aktuellen Bedürfnissen. Besonders bei den jüngsten Kindern stehen individuelle Schlaf- und Essenszeiten im Vordergrund.

Tagesablauf
07:30 – 08:30 Uhr
Ankommen der Kinder, Begrüßung und Freispiel
08:30 Uhr
Gemeinsames Frühstück
09:00 Uhr
Gemeinsamer Morgenkreis mit Liedern, Fingerspielen oder kleinen Gesprächsrunden
09:30 – 11:30 Uhr
Freispiel, Garten, Spaziergänge, Spielplatzbesuche oder pädagogische Angebote
11:30 Uhr
Mittagsruhe beziehungsweise Schlafenszeit
ab 13:00 Uhr
Gemeinsames Mittagessen
ab 14:00 Uhr
Freispiel im Gruppenraum oder Garten
15:00 – 16:00 Uhr
Abholzeit
Der Tagesablauf kann je nach Wetter, Jahreszeit oder den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden.

10. Zusammenarbeit mit Eltern

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist eine wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes. Eltern kennen ihr Kind am besten und sind seine wichtigsten Bezugspersonen. Deshalb ist mir ein offener, ehrlicher und wertschätzender Austausch besonders wichtig.
Bereits vor Beginn der Betreuung findet ein ausführliches Aufnahmegespräch statt. Während der Betreuungszeit informiere ich die Eltern regelmäßig über die Entwicklung ihres Kindes, besondere Erlebnisse sowie wichtige Ereignisse des Tages.
Zum Austausch gehören unter anderem:
• tägliche Tür-und-Angel-Gespräche,
• Entwicklungsgespräche nach Bedarf,
• gegenseitige Informationen über Veränderungen im Alltag des Kindes,
• gemeinsame Absprachen zum Wohl des Kindes.
Eine offene Kommunikation schafft Vertrauen und bildet die Grundlage einer gelingenden Erziehungspartnerschaft.
Selbstverständlich unterliege ich der gesetzlichen Schweigepflicht. Persönliche Informationen über Kinder und Familien werden vertraulich behandelt.

Beschwerden und Anregungen
Eine offene Feedbackkultur ist mir wichtig. Eltern können sich jederzeit mit Fragen, Wünschen oder Kritik an mich wenden. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen, die dem Wohl des Kindes dienen.
Auch die Kinder teilen ihre Bedürfnisse auf vielfältige Weise mit – durch Sprache, Mimik, Gestik oder ihr Verhalten. Diese Signale nehme ich ernst und beziehe sie in mein pädagogisches Handeln ein.

11. Rahmenbedingungen

Lage
Die Großtagespflege Kerpener Bärenbande befindet sich in der Hahnenstraße 8 in Kerpen.
Durch die zentrale Lage können wir regelmäßig Spielplätze, Grünanlagen und weitere Ziele in der Umgebung besuchen.

Räumlichkeiten
Die Großtagespflege befindet sich im Erdgeschoss und verfügt über einen großzügigen Gruppenraum mit Essbereich, einen separaten Schlafraum, ein Badezimmer sowie einen geschützten Garten.
Die Räume sind kindgerecht eingerichtet und bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Spielen, Bewegen und Entdecken. Spielmaterialien werden regelmäßig ausgetauscht und an den Entwicklungsstand der Kinder angepasst.
Der Garten bietet den Kindern ausreichend Platz zum Spielen, Forschen und Bewegen im Freien.

Betreuungsalter
In der Großtagespflege werden Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren betreut.

Betreuungszeiten
Die Betreuungszeiten sind:
Montag bis Donnerstag
07:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Kleidung
Da wir täglich Zeit im Freien verbringen und regelmäßig kreativ arbeiten, benötigen die Kinder wettergerechte Kleidung sowie Wechselkleidung.
Bitte bringen Sie außerdem mit:
• Hausschuhe oder ABS-Socken,
• Regenkleidung,
• Gummistiefel,
• Wechselwäsche.
Alle Kleidungsstücke sollten mit dem Namen des Kindes gekennzeichnet sein.

Urlaub
Meine Urlaubszeiten teile ich den Eltern frühzeitig und schriftlich mit, damit sie ihre Betreuung rechtzeitig planen können.

12. Gesundheit und Hygiene

Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder haben für mich einen hohen Stellenwert.
Zu einem gesunden Alltag gehören:
• eine ausgewogene Ernährung,
• regelmäßige Bewegung,
• täglicher Aufenthalt im Freien,
• ausreichend Ruhe und Schlaf,
• sorgfältige Hygienemaßnahmen.
Kranke Kinder benötigen die besondere Fürsorge ihrer Eltern und sollten die Großtagespflege nicht besuchen. Bei Fieber, ansteckenden Erkrankungen oder einem deutlich eingeschränkten Allgemeinzustand bitte ich darum, das Kind zu Hause zu betreuen.
Erkrankt ein Kind während der Betreuungszeit, werden die Eltern umgehend informiert und gebeten, ihr Kind zeitnah abzuholen.

Medikamentengabe
Medikamente werden grundsätzlich nur nach schriftlicher Vereinbarung mit den Eltern und bei medizinischer Notwendigkeit verabreicht. Sofern erforderlich, ist eine ärztliche Verordnung vorzulegen.
Notfälle
Für den Notfall sind aktuelle Telefonnummern der Eltern sowie mindestens einer weiteren erreichbaren Bezugsperson hinterlegt.
Im Falle eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung werden die Eltern unverzüglich informiert. Bei schwerwiegenden Notfällen werden umgehend der Rettungsdienst verständigt und die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.

13. Kinderschutz, Partizipation und Inklusion

Kinderschutz
Der Schutz und das Wohl der mir anvertrauten Kinder haben für mich höchste Priorität. Jedes Kind hat das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung sowie auf eine Umgebung, in der es sich sicher und geborgen fühlen kann.
Ich begegne den Kindern mit Wertschätzung, Respekt und Achtsamkeit. Körperliche oder seelische Gewalt, Abwertung oder Demütigung haben in meiner Kindertagespflege keinen Platz.
Als Kindertagespflegeperson bin ich verpflichtet, Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung wahrzunehmen und entsprechend dem Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII zu handeln. In solchen Fällen arbeite ich vertrauensvoll mit der Fachberatung und dem zuständigen Jugendamt zusammen.
Regelmäßige Fortbildungen unterstützen mich dabei, meine Kenntnisse im Bereich Kinderschutz kontinuierlich zu erweitern.

Partizipation
Kinder haben das Recht, entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand an Entscheidungen beteiligt zu werden. Dadurch erleben sie, dass ihre Meinung zählt und entwickeln Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.
Im Alltag bedeutet Partizipation beispielsweise:
• Auswahl von Spielmaterialien,
• Mitentscheidung bei Liedern oder Bilderbüchern,
• Wahl von Spielpartnern,
• Mitgestaltung kleiner Alltagssituationen,
• selbstständige Entscheidungen im Freispiel.
Ich unterstütze die Kinder darin, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und altersgerecht Verantwortung zu übernehmen.

Inklusion und Vielfalt
Jedes Kind ist einzigartig und wird in seiner Individualität angenommen und wertgeschätzt.
Unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion, Geschlecht oder besonderen Bedürfnissen begegnen wir allen Kindern mit Offenheit und Respekt. Unterschiedlichkeit bereichert das Zusammenleben und bietet den Kindern die Möglichkeit, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung zu entwickeln.
Im Mittelpunkt steht für mich stets das einzelne Kind mit seinen individuellen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.

14. Übergang in den Kindergarten

Der Wechsel von der Kindertagespflege in den Kindergarten ist ein wichtiger Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes.
Während der gesamten Betreuungszeit unterstütze ich die Kinder dabei, Selbstständigkeit, soziale Kompetenzen und Selbstvertrauen zu entwickeln. Diese Fähigkeiten erleichtern ihnen den Übergang in die neue Umgebung.
Auf Wunsch der Eltern findet ein Austausch mit der aufnehmenden Kindertageseinrichtung statt, um den Übergang möglichst harmonisch zu gestalten und dem Kind einen guten Start zu ermöglichen.

15. Qualitätssicherung und Fortbildung

Die Qualität meiner pädagogischen Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist mir ein wichtiges Anliegen.
Deshalb nehme ich regelmäßig an Fortbildungen teil und halte mein Fachwissen auf dem aktuellen Stand. Der Austausch mit anderen Kindertagespflegepersonen sowie der zuständigen Fachberatung unterstützt mich dabei, meine pädagogische Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Zur Qualitätssicherung gehören insbesondere:
• regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen,
• regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse am Kind,
• fachlicher Austausch mit anderen Kindertagespflegepersonen,
• Zusammenarbeit mit der Fachberatung des Jugendamtes,
• regelmäßige Reflexion meiner pädagogischen Arbeit.

 

Schlusswort
Kinder in ihren ersten Lebensjahren begleiten zu dürfen, ist für mich eine verantwortungsvolle und bereichernde Aufgabe. Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, seine individuellen Fähigkeiten und seinen eigenen Entwicklungsweg mit.
Ich möchte den Kindern einen Ort bieten, an dem sie sich sicher, geborgen und angenommen fühlen. Durch eine liebevolle Begleitung, eine vorbereitete Umgebung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern möchte ich die Kinder darin unterstützen, ihre Welt selbstständig zu entdecken und ihre Fähigkeiten zu entfalten.
Ich freue mich darauf, jedes Kind ein Stück seines Lebens begleiten zu dürfen und gemeinsam mit den Familien eine vertrauensvolle Grundlage für seine Entwicklung zu schaffen.